IW-Studie: Ruhrgebiet ist die lebenswerteste Metropolregion
Im Ruhrgebiet lässt es sich am besten leben. Das ergab eine heute veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Im Gesamtvergleich der Metropolregionen belegt die Region Rang 1 vor dem Rheinland sowie Rhein-Neckar und setzt sich damit deutlich von München, Hamburg sowie Berlin ab. Verglichen wurden zwölf deutsche Metropolregionen anhand von 23 Indikatoren in den Bereichen Familie, Wohnraum, Ausgehen, Kultur und Gesellschaft, Sport und Freizeit sowie Verkehr und Versorgung. Erstmals hat das IW diese Vielfalt an Indikatoren aus unterschiedlichen Lebensbereichen gemeinsam betrachtet und damit ein umfassendes Bild davon geschaffen, was eine Region lebenswert macht. Überzeugen konnte das Ruhrgebiet vor allem durch seine kurzen Wege, den günstigen Wohnraum sowie das breite Kultur- und Freizeitangebot. Auftraggeber der Studie ist der Regionalverband Ruhr (RVR).
Viele Stadtzentren in nächster Nähe: die Stärke des Ruhrgebiets
Eine Beispielrechnung zur täglichen Wegezeit des IW zeigt: Im Ruhrgebiet und der Metropolregion Rhein-Neckar sparen gerade Familien im Alltag täglich rund 26 Minuten gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Ist die nächste Grundschule im Ruhrgebiet nur knapp fünf Minuten mit dem Auto entfernt, fährt man in der Metropolregion Nürnberg durchschnittlich über sieben Minuten dorthin. Auch die Distanzen zu Kindertagesstätten mit rund drei Minuten Fahrzeit und zu Spielplätzen mit knapp elf Gehminuten sind im Ruhrgebiet am schnellsten zu bewältigen. So lässt sich Zeit gewinnen – eine Währung, die für viele unbezahlbar ist.
Anders als die Metropolregionen München oder Hamburg verfügt das Ruhrgebiet über eine Polyzentralität mit vielen dicht beieinander liegenden Stadtzentren. Das sorgt für kurze Wege und ein breites Angebot direkt vor Ort. „Im Ruhrgebiet gibt es alles, was einen Standort lebenswert macht: erschwinglichen Wohnraum, gute Anbindungen sowie ein großes Freizeit- und Kulturangebot. Das macht die Region für Familien, Fachkräfte, Studierende und Unternehmen zum idealen Lebensmittelpunkt. Wer immer noch glaubt, man müsse nach München, Hamburg oder Berlin ziehen, um gut leben zu können, dem beweisen wir gern das Gegenteil“, sagt Garrelt Duin, Regionaldirektor des Regionalverbands Ruhr.
Das Ruhrgebiet rockt! – Spitzenreiter bei Events, Museen und Sportvereinen
Ein breites kulturelles Angebot und gesellschaftliche Vielfalt tragen laut der Studie ebenfalls zur Attraktivität einer Region bei. Als Gesamtsieger ermittelte die IW-Studie im Bereich Kultur und Gesellschaft das Rheinland (Rang 1) mit der höchsten Theaterdichte. Berlin/Brandenburg belegt den zweiten Rang mit der höchsten LGBTQI+-Dichte in der Hauptstadt. Auf Rang 3 folgt das Ruhrgebiet mit der höchsten Konzentration an Museen und Opern. Hier finden im Vergleich auch die meisten Events statt.
„Von Hochkultur bis Breitensport: Bei der Freizeitgestaltung bietet das Ruhrgebiet unzählige Möglichkeiten – mit erstklassigen Bühnen ebenso wie mit einer starken Vereinslandschaft. Genau diese Bandbreite auf engem Raum hebt die Region von den anderen Metropolregionen ab“, unterstreicht Hanno Kempermann vom Institut der deutschen Wirtschaft.
Mit 1,848 Sportvereinen je km² hat man im Ruhrgebiet die größte Auswahl. Zum Vergleich: In der Metropolregion Berlin/Brandenburg gibt es mit 0,250 Vereinen je km² die wenigsten Sportvereine. Mit durchschnittlich 5,2 Prozent weist das Ruhrgebiet auch den größten Anteil an Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen unter den zwölf Metropolregionen auf. Die Plätze 2 und 3 belegen das Rheinland (3,6 Prozent) und Mitteldeutschland (3,3 Prozent).
Wo Wohnraum noch erschwinglich ist
Neben kurzen Wegen ist günstiger Wohnraum (sowohl Kauf- als auch Mietpreise) essenziell für gute Lebensbedingungen. Führend unter den zwölf Metropolregionen ist in der Gesamtkategorie Mitteldeutschland (Rang 1), gefolgt von Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg (Rang 2) und dem Ruhrgebiet (Rang 3). Allerdings zahlt man nur in Mitteldeutschland noch weniger Miete (7,4 Euro je m²; Rang 1) als im Ruhrgebiet (8,3 Euro je m²; Rang 2).
Zur Methodik der Studie
Um einen Gesamtindex zu erstellen, wurden die 23 Indikatoren standardisiert und anschließend in ein Punkteschema mit einem Wertebereich zwischen 0 und 100 transformiert. Dieser Punktwert wurde jeweils mit dem Gewicht des Indikators multipliziert (die Gewichte aller Indikatoren sind identisch). Im Anschluss erfolgte die additive Zusammenführung zu einem Punktwert, dessen Wertebereich zwischen 0 und 100 liegt.
Zur Fundierung der Studie wurde schließlich eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Diese zeigt, dass der Gesamtindex unabhängig davon ist, ob auf die Fläche bezogene Indikatoren stattdessen auf die Einwohnerzahl bezogen werden – das Ruhrgebiet würde den Vergleich auch in diesem Fall gewinnen. Die Metropolregion München würde auf dem letzten Rang bleiben. Die Metropolregion Berlin/Brandenburg würde insgesamt Rang 6 statt Rang 9 belegen und damit die größte Veränderung erfahren.
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